Die Verkehrssituation an den beiden letzten Wochenenden, insbesondere am vergangenen Sonntag, hat deutlich gezeigt, dass die Verantwortlichen der Gemeinde Schmitten der Situation an Tagen mit zu erwartendem extremen Wintertourismus nicht nur nicht gewachsen sind, sondern zusätzlich aktiv zur Verstärkung der Problematik beitragen.
- Wer kommt auf die Idee, an einem perfekten Wintersonntag (Sonne und Schnee) noch zusätzlich auf Facebook Werbung für Schmitten zu machen, wo bereits klar ist, dass hier ein Verkehrschaos droht?
- Wie kann man Wintertouristen nach Treisberg führen, wohlwissend, dass dort die Parkplätze zuvor nicht vollständig geräumt wurden und die Zufahrtsstraßen zu den Parkplätzen Richtung Pferdskopf im Winter ohnehin kaum Begegnungsverkehr zulassen?
- Wie kann man Wintertouristen bei Auslastung der Parkmöglichkeiten am Rodelhang in Arnoldshain am Winkel empfehlen, auf der Taunusstraße zu parken, wo es ohnehin wenig Parkplätze gibt?
Aufrufe dieser Art, zum Beispiel auf der Facebook Seite der Gemeinde Schmitten, führen zusätzlich dazu, dass noch mehr Wintertouristen kommen und verzweifelt versuchen einen der ohnehin schon knappen Parkplätze zu ergattern. Das Ergebnis zeigt sich in verstopften Haupt- und Zufahrtsstraßen (Siegfriedstraße, Reifenberger Weg, Feldbergstraße, etc.) und zugeparkten Neben- und Wohnstraßen (Kellerbornsweg, Talweg, Waldstraße, Wasserweg, Limesstraße, etc.).
Zum Glück ist an beiden Wochenenden nichts Ernsthaftes passiert, aber was wäre wenn? Rettungsfahrzeuge hätten es sehr schwer gehabt, durch das Chaos hindurchzukommen. Wie freie Zu- und Abfahrt von der neuen Rettungswache, welche gerade im Zentrum des Wintertourismus am Pfarrheckenfeld gebaut wird, zukünftig an solchen Tagen gewährleistet werden soll, ist momentan leider völlig unklar.
Die Situation an den beiden letzten Wochenenden hat sehr deutlich gezeigt, dass Einzelmaßnahmen nicht helfen. Auch die elektronischen Anzeigetafeln im Taunusgebiet, die den Verkehr regeln bzw. leiten sollen, haben die Blechlawine nicht gestoppt. Hier wurde viel Geld investiert, die erhoffte Wirkung bleibt jedoch leider aus.
Wie von der FWG schon lange Zeit gefordert, benötigen wir ein übergreifendes Verkehrskonzept in Zusammenarbeit mit Kreis, Nachbarkommunen und entsprechenden Behörden. Übergeordnetes Ziel muss sein, den Zustrom von Fahrzeugen schon im Außenbereich zu reduzieren. So könnten zum Beispiel die Parkplätze am Hessenpark in Kooperation mit dem Hessenpark im Winter genutzt werden und Wintertouristen von dort aus kostenpflichtig in Shuttlebussen zum Wintervergnügen ins Feldberggebiet und zurück transportiert werden. Ebenso könnte der Parkplatz unterhalb der Nordbahn reaktiviert werden, vorhandene Parkplätze in den Ortsteilen (z.B. Treisberg) müssen zuvor geräumt und entsprechend vorbereitet werden.
Die digitalen Anzeigetafeln sollten nicht ausschließlich gesperrte Straßen und belegte Parkplätze anzeigen, sondern zusätzlich auf freie Parkmöglichkeiten hinweisen.
Auch innerorts muss der Verkehr zukünftig konsequenter geleitet und überwacht werden. Nadelöhre und enge Straßen wie z.B. der Reifenberger Weg müssen an solchen besonderen Tagen beidseitig für den Tourismusverkehr gesperrt werden. Für Falschparker muss es Strafen geben und, wenn besonders kritisch geparkt wird, müssen diese auch kostenpflichtig abgeschleppt werden.
Die FWG wird sich direkt nach der Kommunalwahl erneut dafür einsetzen, dass ein integriertes Verkehrskonzept für das Feldberggebiet und insbesondere den Bereich Oberreifenberg geschaffen wird. Hier geht es nicht nur um die Verkehrslenkung an schönen Wintertagen, sondern auch darum, wie wir das Feldberggebiet ganzjährig für Touristen attraktiv machen und gleichzeitig einen reibungslosen Verkehr für die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Gemeinde sowie den Nachbarkommunen gewährleisten können.
Der FWG ist es wichtig, dass unsere Gemeinde auch zukünftig ein beliebter Ort für Naherholung und an schneereichen Tagen zum Rodeln und Genießen der winterlichen Pracht einlädt. Jedoch müssen die Voraussetzungen geschaffen sein, um den Tagestouristen einen unvergesslichen Tag im Taunus zu ermöglichen, ohne die Bewohnerinnen und Bewohner so wie an den letzten beiden Wochenenden zu belasten.
Mit vernünftigen Ansätzen und klugen Lösungen sind auch diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, dann können zukünftig alle Beteiligten den winterlichen Spaß in unserer Gemeinde genießen und die örtliche Gastronomie und Liftbetreiber davon profitieren.
Wir sind für Sie da!
Ihre FWG Schmitten
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