Lesermeinung vom 25.02.2011

Thomas Willroth zu den Artikeln im UA vom 21.02.11 und in der TZ vom 21.02.11

Das soll ein normal denkender Bürger oder Bürgerin verstehen, was bezüglich des Themas Kunstrasenplatz von der CDU in Person des Fraktionsvorsitzenden Karsten Ratzke erzählt und gar öffentlich publiziert wird.
Noch am 16.02.2011 auf der Gemeindevertretersitzung, an der ich als Zuhörer teilgenommen habe, forderte die CDU trotz eines von der FWG, FDP und SPD eingereichten Antrages, der Alternativen vorsah und schließlich mit 13 zu 15 Stimmen abgelehnt wurde, vehement die Umsetzung des Projektes Kunstrasenplatz. Auch die Einwände und Aufklärung durch die SPD-Fraktion bezüglich der Vergabe der Fördermittel, die in diesem Jahr eher nicht zum Tragen kommen, wurden abgeschmettert und ignoriert. Für mich als Zuhörer war klar zu erkennen, dass man sich seitens der CDU, UBB und Grünen nicht auf Vorschläge und Meinungen einlassen wollte, weil es längst zum erklärten Wahlkampfziel dieser drei Fraktionen geworden ist. Da kann man schließlich nicht sein Gesicht verlieren, legt die Scheuklappen an und stürmt einfach durch, koste es was es wolle.

Was aber lese ich am 21.02.2011 im Usinger Anzeiger, ich hatte das Gefühl, dass ich am 16.02. auf einer falschen Veranstaltung war, denn ich las, Zitat:
"Ist die CDU in Sachen Kunstrasenplatz auf dem Rückzug?" So war die Diskussion auf der Mitgliederversammlung in Schmitten, auf der laut Zeitungsbericht 13 Mitglieder anwesend waren (doch so viele). Der CDU-Chef Markus Töpfer erklärte Zitat: "Wenn die Vereine ihre Aufgaben nicht abarbeiten, kann das Projekt nicht umgesetzt werden." Das heißt für mich im Klartext, dass die Kollegen der CDU Fraktion nun die Verantwortung in die Hände der Vereine legen, davon war am 16.02. nichts zu hören.
Weiterhin schreibt die CDU in ihrem Programm, dass der Kunstrasenplatz einen Beitrag zur Wohnqualität darstellt. Nochmal, wie kann es sein, dass eine Bürgerin oder ein Bürger z. B. aus Treisberg, Hunoldstal, Brombach, Dorfweil usw. durch den Bau dieses Platzes mehr Wohnqualität haben sollte, vielleicht Herr Töpfer, der morgendlich die Laufbahn des Platzes nutzen möchte, natürlich nur mit Erlaubnis. Der Platz in Niederreifenberg ist für die Großgemeinde nicht ausreichend, denn allein durch den Spielbetrieb der Vereine wird dieser Platz mehr als überbucht sein.
Weiterhin habe ich in dem Artikel gelesen, dass ein Gast oder Mitglied Zweifel an der Förderfähigkeit äußert und zwar mit dem Hinweis, dass die Rahmenbedingungen offensichtlich niemand so recht bekannt seien.
Zitat: "Angesichts der Tatsache, dass die Fläche in Niederreifenberg weder der Gemeinde noch einem der Vereine gehöre und wohl auch kein Pachtvertrag vorliege, sei es fraglich, ob es überhaupt Fördermittel gebe. Außerdem gehe man in der Kalkulation von einem Förderanteil von 94.542.-€ aus, die maximale Fördersumme betrage jedoch 50.000,-€. Auch die noch nicht konkretisierte Planung entspreche nicht den Förderrichtlinien."
Der Parteivorsitzende M. Töpfer überließ die Verantwortung diesbezüglich den Vereinen.
Nun kommt für mich als Bürger der entscheidende Satz, der dem entschlossenen Auftritt von Herrn Ratzke vom 16.02.11 widerspricht und zwar;
Zitat: "Wir versprechen niemanden einen Kunstrasenplatz, sondern unterstützen nur."  Herr Töpfer legt noch einen drauf; Zitat:  "Wir schließen aus, dass die Gemeinde den Rest drauflegt, wenn die Finanzierung nicht steht, gibt es keinen Auftrag."
Am 16.02.2011 hörte sich dieses aber alles ganz anders an, denn da war die Finanzierung klar.
Mein Fazit aus der "jüngsten Vergangenheit", es wäre besser gewesen, wenn sich die "Befürworter" mit  dem Antrag der FWG, FDP und SPD auseinandergesetzt hätten und zumindest eine Berechnung des ÖPP Projektes durchgeführt hätten. Hier geht es nicht um einen Gesichtsverlust, sondern um ein für alle tragbares Projekt in der Großgemeinde Schmitten.

Thomas Willroth

Lesermeinung vom 24.01.2011

Thomas Willroth auf die Artikel in der TZ am 13.01.2011 und 21.01.2011

Bürgermeister Kinkel hat seinen nach meiner Meinung berechtigten Widerspruch gegen den Beschluss der Gemeindevertretung vom 15.12.2011 ausführlich und nachvollziehbar begründet. Er hat nach meinem Empfinden nur das getan, wozu er kraft seines Amtes sogar verpflichtet ist, nämlich Schaden von der Gemeinde abzuhalten. Er konnte auf Grund der vorliegenden Finanzierung des Kunstrasenplatzes in Niederreifenberg und den noch offenen und ungeklärten Fragen gar nicht anders handeln.
Offene Fragen, die im Vorfeld abgeklärt werden müssen und die mich als Bürger brennend interessieren.
Was passiert, wenn der Platz am Ende doch erheblich teurer wird als geplant? Wer haftet, doch nicht etwa die Gemeinde? Hier müssen klare und für den Bürger nachvollziehbare Aussagen gemacht werden.
Wie ist die Beschaffenheit des Bodens? Herr Ratzke behauptet zwar, dass der Boden nicht konterminiert ist und bereits eine Probe entnommen ist. Liegen die Ergebnisse der Gemeinde vor?
Was ist wenn sich herausstellt, dass der Platz, wie von vielen befürchtet, schnell an seine Kapazitätsgrenze kommt?

Eine weitere Frage die ich mir als Bürger ernsthaft stelle, warum muss dieser Platz eigentlich auf Biegen und Brechen gebaut werden, obwohl man einen funktionierenden Platz zur Verfügung hat? Warum schließt man sich nicht dem Vorschlag von Herrn Kinkel an, oder rechnet es zumindest einmal durch, zwei Kunstrasenplätze mit einer öffentlichen Partnerschaft zu planen? Hier lehnt man gleich ab, schiebt hier auf einmal die Finanzlage der Gemeinde vor. Nein, man gibt dem Bürgermeister die Schuld und wirft ihm gar eine Verzögerungstaktik vor. Ich glaube hier machen es sich gewisse Herren zu einfach.
Hier will man als UBB und CDU mit Hilfe der nun andersdenkenden Grünen noch vor der Kommunalwahl 2011 punkten. Hoffentlich geht der Schuss aber nicht nach hinten los. Die Bürgerinnen und Bürger sind doch nicht blind, lesen sie doch in der TZ am 21.01.11 Zitat: "der Bau von zwei Kunstrasenplätzen wie von Herrn Kinkel vorgeschlagen, ist mit ihnen nicht zu machen, das wäre gegenüber dem Wähler nicht zu vertreten" meinen Karsten Ratzke (CDU), Bodo Maxeiner (UBB) und Bernhard Mosbacher (Grüne). Hier wird der Wähler angesprochen und nicht die Bürgerinnen und Bürger. Also ist das für die drei Parteien ein klares Wahlkampfthema geworden.
Die Kapazität für drei Vereine wäre ausreichend, behaupten die drei Herren von CDU, UBB und Grüne, was ist, wenn auch andere Vereine aus anderen Ortsteilen den Platz für sich nutzen möchten, vielleicht auch für Veranstaltungen? Hier soll dann ausgewichen werden und zwar nach Meinung von Herrn Ratzke, Herrn Maxeiner und man lese, höre und staune sogar von Herrn Mosbacher, auf einen nach ihren Angaben für 40.000.-€ renovierten Ascheplatz in Schmitten. Ich kann mich erinnern, dass Herr Mosbacher (Grüne), seinen Sinneswandel auch davon abhängig gemacht hat, dass kein Geld in die Sanierung des Platzes in Schmitten gesteckt werden soll. 
Nun kommt man doch gar auf die Idee eine GmbH zu gründen, weil man glaubt, dadurch die Mehrwertsteuer sparen zu können. Ja, was sind denn das für abenteuerliche Gedanken oder Ideen. Wenn die Reifenberger Vereine eine GmbH gründen, dann haften sie bei einem eventuellen Konkurs mit einer Einlage von 25.000.- €. Die ernsthafte Frage die sich daraus für mich stellt ist, welcher Bauunternehmer ist unter diesen Umständen überhaupt noch bereit einen Vertrag zu schließen?

Also noch viele, viele ungeklärte und offene Fragen. Sollte man sich vernünftigerweise nicht noch einmal gemeinsam über das Thema "Kunstrasenplatz" beugen und in aller Ruhe eine solide Planung mit allen Varianten mit allen Beteiligten auf den Weg bringen?

Oder ist es doch nur Wahlkampf??

Leserbrief an die Taunus Zeitung zum
Thema "Kunstrasenplatz" in Niederreifenberg

von Thomas Willroth

Mit teilweise Unverständnis, aber auch mit ein wenig Schmunzeln habe ich in der letzten Zeit das Thema Kunstrasenplatz in Niederreifenberg verfolgt. Die letzten Artikel in der Taunusszeitung haben mich dazu bewogen, diesen Leserbrief zu schreiben.
Besonders im Vorfeld einer im März 2011 stattfindenden Kommunalwahl finde ich es schon verwunderlich, wie eine UBB oder eine CDU dieses heikle Thema in der Presse platzieren und damit für erhebliche Verwirrung sorgen.
Da liest man zum Einen, dass die CDU ihre Fragebogenaktion als repräsentativ beurteilt, zum Anderen, dass Kommunalpolitiker ihre Mandate niederlegen oder eventuell niederlegen wollen, um bei einer erneuten Abstimmung im Februar 2011 das erste Abstimmungsergebnis vom 15.12.2010 in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Warum dieses; nur weil ein Bürgermeister seiner Pflicht nachkommt, dem Beschluss der Gemeindevertretung widerspricht, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Als guter Kommunalpolitiker / Politikerin sollte man professioneller mit Kritik oder legitimen Verfahren umgehen und dieses nicht einfach, wie von Frau Nase getan, auf Herrschaften mit Ortsteildenken abtun. 
Will man die Leser eigentlich für dumm verkaufen, indem man behauptet, der Kunstrasenplatz werde gewünscht. Von wem eigentlich? Durch eine Fragebogenaktion von der aus 8800 Haushalten nur 3800 ausgewählt wurden und  aus der es nur 127 Rückantworten gab? Das sind gerade mal 3% der Befragten und magere 1,4% der Gesamteinwohner. Darauf kann man doch nicht ernsthaft stolz sein, wie Parteichef Töpfer behauptet und daraus ableiten, dass die Mehrheit der Schmittener Bürger den Kunstrasenplatz wünscht.
Für mich sagt das Ergebnis klar aus, dass die Mehrheit der befragten Haushalte - aus welchen Gründen auch immer - nicht teilgenommen hat oder teilnehmen wollte.  Dieses würde mir als Parteichef zu denken geben, anstatt dieses in der Öffentlichkeit als Erfolg zu werten.
Eine andere Frage, die sich aus der Abstimmung vom 15.12.10 ergibt ist, ob sich eigentlich die Befürworter die Frage gestellt haben, wie eine gemeinsame Nutzung aller Vereine der Großgemeinde Schmitten überhaupt realisiert werden kann?  Schon allein die Tatsache, dass zwei Fußballvereine mit regelmäßigem Spielbetrieb in verschiedenen Ligen spielen, wird zwangsläufig Probleme verursachen.
Ich hoffe für die Großgemeinde Schmitten, dass hier letztendlich doch noch die Vernunft siegt und eine für alle einvernehmliche Lösung gefunden wird.

Thomas Willroth